You aren't signed in  |  Cart My Cart (0)  |  Sign In  |  Sign Up  |  Adult content filter: ON (turn off)
Search is back! →

Want to leave a compliment?

Sign up for a free account, or sign in if you're already a member.

Me_tiny_square Uploaded on May 21, 2008
by alexsnehotta

About this work:


Dieses Werk versucht die Gefühle auszudrücken, die ich bei einem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Betrieb hatte!

Ich befand mich auf Streife mit einem Kollegen, fernab dicht bebauter Wohngebiete. Es war etwa drei Uhr des Nächtens und unser Streifendienst hätte bald geendet. Wir waren bereits in freudiger Erwartung, endlich „einzurücken“ und eine ausnahmsweise ruhige Nachtschicht mit einigen belanglosen Schreibarbeiten zu beenden. Als der Sprechfunk scheppernd quäkte: „Scheunenbrand in XY! Streife zwo, sind sie frei?“. Ein Griff zum Hörer und lapidar antwortete ich „Wir fahren an!“. Nachdem uns die Örtlichkeit genannt wurde, drückte der Fahrer aufs Gas und mit Blaulicht (auf die Sirene verzichteten wir auf Grund der späten Stunde, steuerten wir auf das Ziel zu. Schon von weiten konnten wir den rötlichen Schimmer, der sich in einer weithin sichtbaren Säule in den nächtlichen Himmel schraubte, erkennen. In der ferne waren die Einsatzhörner der freiwilligen Feuerwehren der Umgebung zu hören, die ebenfalls auf den Brand zusteuerten. Wir erreichten den Einsatzort etliche Sekunden vor den Wehren und stellten unser Fahrzeug in gebührendem Abstand ab, wobei uns das verzweifelte Brüllen einiger eingeschlossener Kühe in den Ohren klang. Der verzweifelte Bauer hatte es geschafft den Großteil seines Viehs aus dem brennenden Stall zu treiben und seine Familie aus dem Hof zu holen – uns zwar in dieser Reihenfolge. Während ich zunächst die Familie in sicheren Abstand brachte, schoss mein Kollege eine Serie von Fotos, die den später nachfolgenden Ermittlern einen Überblick über den Brandverlauf geben sollte. Mehrere Löschzüge der umgebenden Gemeinden fuhren an und versuchten das Feuer, das bereits auf das Bauernhaus übergegriffen hatte zu löschen. Die Todesschreie der Rinder endeten fast abrupt und die darauf folgende Stille, in der nur mehr das prasselnde Knistern der Feuersbrunst zu hören war, erfasste uns mit mehr Schauer und Unbehagen, als der vorhergehende Tumult, in dem das Vieh wild um sich geschlagen und einen Weg ins Freie gesucht haben muss. Trotz aller Versuche, das Feuer von mehreren Seiten zu bekämpfen und an der Ausbreitung zu hindern, konnten fünf Löschfahrzeuge es nicht nieder halten. Als der Dachstuhl einsackte und mit stiebenden Funken in das Haus stürzte konnten die Feuerwehrleute nur noch aufgeben und dafür sorgen, dass das Anwesen kontrolliert abbrannte. Wir standen gebannt von der Urgewalt davor und starrten in die Glut, nachdem wir dafür Sorge getragen hatten, dass die Bauersleute ärztlich versorgt wurden. Ein Blick in die Augen des Landwirtes, der annähernd alles verloren hatte, sagte uns, dass jedes Wort des Trostes überflüssig, ja sogar zu viel gewesen wäre. Der Journaldienst der Kriminalpolizei war verständigt worden und erschien einige Stunden später zum regulären Dienstbetrieb. Die eingesetzten Beamten wateten durch die Pfützen, die die Löschversuche hatten entstehen lassen und begannen in den rauchenden, schwelenden, hie und da glimmenden Überresten des Gehöftes zu stochern um die Ursache des Brandes sowie den Brandherd in Erfahrung zu bringen. Wir waren aus dem Einsatz entlassen. Weit nach unserem Schichtende kehrten wir zurück auf unsere Dienststelle. Unsere Uniformen hatten den beißenden Geruch verbrannten Holzes angenommen, als wären wir an der Wind zugewandten Seite eines Lagerfeuer gesessen und unsre Gesichter und Hände zeigten die deutlichen Spuren eines Sonnebrandes, als hätten wir es verabsäumt beim Sonnenbad in der Mittagshitze eine geeignete Creme zu benutzen. Nach mehr als dreizehn Stunden Dienst waren wir hundemüde und zugleich viel zu aufgewühlt, um jetzt ins Bett zu gehen. Nicht auf unser Ausdünstung achtend, die uns trotz einer intensiven Dusche anhaftete, frühstückten wir gemeinsam in einem nahe gelegenen Cafe, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Wir sahen uns danach einfach eine Weile an und nickten uns nur gegenseitig zu. Wir hatten einander verstanden und wussten, was in dem anderem vorging. Beide hatten wir das leichte Glitzern von Tränen in den Augen des jeweils anderen gesehen. Seit dieser Zeit waren wir ein unzertrennliches Team.

Stats:

More: